Wie veganisiere ich Rezepte mit Tierprodukten? Welches Duschgel ist vegan und wurde ohne Tierversuche entwickelt? Worauf muss ich sonst noch achten, wenn ich Tierprodukte im Alltag vermeiden will?
Viele Fragen, aber die Antworten sind meist ganz einfach. Schön, dass Du Interesse an der veganen Lebensweise hast. Wenn Du noch nicht oder noch nicht lange vegan bist, kannst Du hier sicher viele Einsteiger_innentipps finden, die Dir beim veganen Essen, Waschen, Putzen, Einkaufen usw. helfen sollen.

1. Veganer Mampf – Rezeptetipps und Lebensmittelempfehlungen
1.1. Vegane Rezepteseiten und Kochbücher
1.2. Selbst veganisieren bzw. improvisieren
1.3.Veganes Fastfood, Fertigmischungen und Co.
1.4. Brotbelag und Knabber- und Süßkram
1.5. Ich glaube, ich könnte Eure Hilfe gebrauchen!
2. Vegane Kosmetik- und Reinigungsmittel
2.1. Körper waschen & falls gewünscht schminken
2.2. Reinigungs- und Waschmittel
3. Kleidung
4. Weitere Tierprodukte
5. Vegane „Haustiere“

1. Veganer Mampf – Rezeptetipps und Lebensmittelempfehlungen
Prinzipiell gilt: alle unveganen Rezepte lassen sich auch vegan zubereiten. Du musst durch eine Umstellung auf vegan also nicht auf Deine Lieblingsessen verzichten – im Gegenteil, Du hast sogar die Möglichkeit, noch viele neue Lieblingsspeisen zusätzlich kennenzulernen!

1.1. Vegane Rezeptseiten und -Bücher
Es gibt einige vegane Rezepteportale, besonders bekannt sind vor allem: Rezeptefuchs und Attila Hildmann. Meist ist es aber viel einfacher, vegane Rezepte zu finden. Wenn Du etwas suchst, einfach googlen. Z. B. „Vegane Pfannkuchen“ und Du findest garantiert, was Du suchst. Außerdem gibt es auch zahlreiche vegane Kochbücher, die Du online bestellen oder teilweise schon in Buchhandlungen finden kannst. Eine Auswahl, kannst Du hier einsehen: Liste deutschsprachiger veganer Kochbücher.

1.2. Selbst Rezepte veganisieren bzw. improvisieren
Solltest Du mal kein veganes Rezept zu dem Gericht finden, dass Dir vorschwebt oder improvisierst Du einfach lieber statt nach Rezept zu kochen (so geht es, glaub ich, den meisten), kannst Du Dich auch einfach selbst ans „Veganisieren“ machen. Generell gilt:
* statt Tiermilch: Pflanzenmilch (Da gibt es viele Marken und Typen, z. B. Reismilch, Sojamilch, Hafermilch, Mandelmilch. Zusätzlich noch mit vielen Geschmakcsrichtungen. Probier einfach selbst aus, welche Dir am besten schmeckt, bzw. gehe nach dem Preis.)
* statt Joghurt: einfach Joghurt aus Pflanzenmilch nehmen, oft „Yofu“ genannt. Gibt’s in etlichen Geschmacksrichtungen.
* statt Butter: vegane Margarine (Ganz wichtig: Die meisten Margarinen sind NICHT vegan! Viele enthalten Milchpulver, tierliche Fette oder tierlich gewonnene Vitamine. Die bekannteste vegane Margarine ist wohl Alsan, die es sowohl in Bio, als auch Nichtbioqualität gibt, was sich natürlich auch im Preis widerspiegelt.)
* statt Tierleichen: Seitan, Tofu, Tempeh, verschiedenste Getreide- und Gemüsebratlinge
Naturtofu muss in den meisten Fällen gewürzt werden, außer Du magst ein sehr mildes Aroma. Zum Würzen bietet sich so ziemlich alles an, am besten ist wohl Sojasauce geeignet, diese ist sehr würzig und einfach zu dosieren. Seitan kann auch selbst gemacht werden und zwar aus Weizeneiweißpulver aus dem Reformhaus, das mit Wasser gemischt wird. Eine einfach Anleitung, Seitan selberzumachen, findest Du hier.
* statt Eiern:
Eier müssen meist gar nicht ersetzt werden. Falls es sich doch für die Konsistenz z. B. eines Kuchens anbietet, können Bananen oder Sojamehl anstelle von Eiern verwendet werden. Es gibt auch spezielles Eiersatzpulver, aber das wird eigentlich nie gebraucht, aber das bleibt wohl eine persönliche Entscheidung :)
* statt Honig:
Rohrohzucker, Ahornsirup, Löwenzahnblütenhonig. Honig ist im Prinzip total überflüssig, leider aber in vielen Süßigkeiten als Zusatzstoff enthalten.

Zu guter letzt: Falls doch mal was schief geht, lass Dich nicht unterkriegen. Es ist noch kein_e Chefköch_in vom Himmel gefallen. Und es gibt ja noch die guten, alten Fertigmischungen!

1.3.Veganes Fastfood, Fertigmischungen und Co.
Für die, die es gern schnell und oft auch billig haben wollen, gibt es natürlich auch im vegan-kulinarischen Bereich allerhand. Bekannt und einfach aufzutreiben sind wohl: Tiefkühlpommes, -gemüse, -apfelstrudel, -frühlingsrollen. Fertigmischungen gibt’s für Suppen, Kartoffelpüree, Kuchen, Pudding, Grießbrei, Milchreis, Knödel u.v.m. Generell ist bei Fertigmischungen und Tiefkühlzeug allerdings drauf zu achten, dass sie keine tierlichen Fette und Milch- oder Eipulver enthalten. Nehmt Euch einfach ein bisschen länger für den ersten Einkauf Zeit, sehr Euch die Zutatenlisten an und ab dann wisst Ihr ja, welche Marken Ihr einkaufen könnt und welche besser nicht.
Besonders bekannt und beliebt bei Veganer_innen ist Falafel. Das sind Bratlinge aus Kichererbsen, die in vielen Imbissbuden wie Döner zubereitet werden. Falafelmischungen gibt es außerdem natürlich auch zum Selbermachen.

1.4. Brotbelag und Knabber- und Süßkram.
Etwas, was mensch nicht unbedingt selber zubereitet bzw. zubereiten möchte, sind Brotaufstriche und Süßigkeiten. Glücklicherweise gibt es eine riesige Auswahl an pflanzlichen Aufstrichen und Brotbelägen. Die meisten Marmeladen sind vegan und mittlerweile bieten sogar konventionelle Supermärkte eine gewisse Auswahl an pflanzlichen Aufstrichen. Besonders bekannt sind z. B. Rinatura, Tartex u. a. Meistens steht gleich vorne drauf „rein pflanzlich“, wenn sie vegan sind. Geschmackrichtungen sind z. B. Paprika, Champignon, Apfel-Zwiebel, „Schmalz“ oder wie „Leberwurst“. Hummus ist in orientalischen/asiatischen Läden besonders oft anzutreffen, es besteht aus Kichererbsen, es lässt sich aber auch sehr leicht selbst machen. Wer lieber noch mehr Süßes will, kann außer Marmeladen in Reformhäusern und Bioläden auch Schokoaufstriche bekommen, Carobella ist besonders bekannt.
Knabberkram/Süßigkeiten gibt es viel: bestimmte Chips, Zartbitterschokoladen, Kekssorten usw. sind auch schon in konventionellen Läden anzutreffen. In Reformhäusern und Bioläden gibt es sogar weiße und „Milch“schokolade aus Reismilch (Bonvita).

1.5. Ich glaube, ich könnte Eure Hilfe gebrauchen!
Immer noch unsicher? Kein Problem, zum einen können wir Dir empfehlen, Dich an der veganen Solikü, immer dienstags ab 17:30/18:00 Uhr im JuZI zu beteiligen. (Bürgerstr. 41) Dort können Dir viele praktische Kochtipps gegeben werden und gemeintschaftlich macht Kochen eh viel mehr Spaß. Zum anderen können wir Dir anbieten, mal mit Dir gemeinsam einen Einkaufsbummel durch die gängigen Supermärkte zu machen. Da können wir Dir dann konkret zeigen, welches Puddingpulver und welcher Apfelstrudel vegan ist und welche Tofusorte besonders lecker schmeckt oder besonders günstig ist. Schreib uns einfach! Unsere Kontaktdaten findest Du hier. Siehe außerdem: „Vegane Patenschaften“

2. Vegane Kosmetik- und Reinigungsmittel
Womit reinigen Veganer_innen eigentlich ihr Bad und womit putzen sie sich die Zähne? Auch das lässt sich ganz einfach beantworten.

2.1. Körper waschen & falls gewünscht schminken
Grundsätzlich können wir Dir empfehlen, Dich beim Einkauf von Zahnputzcreme, Duschgel und Shampoo auf folgende Marken zu konzentrieren: Alverde und (etwas teurer) Lavera. Vieles aus deren Produktpalette ist vegan und es ist garantiert auch was für Deine Wünsche dabei. Alverde findest Du z. B. in allen dm-Shops. Um ganz sicher zu gehen, ob das Produkt Deiner Wahl vegan ist, kannst Du nach dem Gütesiegel der Veganblume Ausschau halten. (Das Siegel garantiert nicht nur vegane Inhaltsstoffe, sondern auch, dass es tierversuchsfrei ist.) Es gibt zwar auch viele andere Drogerieartikel, die vegan sind, aber das Angebot da ist viel zu undurchsichtig und mit der Veganblume bist Du auf der sicheren Seite. Besonders bei dm und in Reformhäusern und Bioläden gibt es viele vegane Kosmetikartikel. (Falls Du also Wert drauf legen solltest, Dich zu schminken, wirst Du da auch fündig.)

2.2. Reinigungs- und Waschmittel
Es gibt vor allem drei Marken, auf die Verlass ist: Frosch, Sodasan und Sonett. Frosch hat zwar kein Veganblumen-Siegel, ist aber garantiert vegan. Waschnüsse kannst Du außerdem auch gern testen.

3. Kleidung
Bei Schuhen und anderen Produkten, die aus Echt“Leder“ sein könnten darauf achten, dass kein Ledersiegel (Umriss einer kompletten Tierhaut) abgebildet ist. Die „Raute“ bedeutet Synthetik und das „Gitternetz“ Textilien, diese beiden sind also ok. Allerdings ist bei Schuhen dann trotzdem unklar, ob nicht vielleicht der Kleber tierliche Stoffe enthält. Um diese Gefahr zu umgehen, gibt es spezielle vegane Marken und Versände. Sehr bekannt sind z.B. Vegetarian Shoes und NoSweat. In Deutschland könnt ihr vegane Schuhe z.B. bei Vegane Zeiten bestellen.
Bei anderer Kleidung oder Textilien ist darauf zu achten, dass keine echte Seide und keine Tierwolle verwendet wurde. Da aber die meisten Textilien aus Baumwolle, Synthetik oder Halbsynthetik sind, ist das kaum noch ein Problem. Bist Du Dir bei einem Textiliennamen nicht sicher, google einfach ;)

4. Weitere Tierprodukte
Produkte, die nicht unbedingt in die oberen Kategorien passen, aber trotzdem bedacht werden sollten:
Daunen (Vogelfedern) sind meist noch in Kissen und Bettdecken oder als Dekoartikel zu haben. Glücklicherweise ist das kein großes Problem mehr, da es mittlerweile viel alternative Füllstoffe für Kissen und Decken gibt, besonders verbreitet sind Polyesterbällchen und Microfaser.
„Borsten“ (Tierhaare) werden oft noch bei Pinseln oder Haarbürsten verwendet. Falls nicht eindeutig deklariert, am besten bei dem_der Vekäufer_in nachfragen. Statt Pinseln können bei größeren Flächen auch Schaumstoffrollen verwendet werden.
(Echt-)Schwämme werden manchmal noch als Wasch-/Putzschwämme angeboten. Die meisten sind jedoch künstlich. Außerdem gibt es neuerdings sog. Loofaschwämme, welche aus Pflanzenfasern hergestellt werden.
Perlen sind eigentlich nur an besonders luxeriösen Schmuckstücken und billige Perlen sind eh aus Plastik. Im Zweifelsfall nachfragen.

5. Vegane „Haustiere“
Selbstverständlich umfasst eine antispeziesistische Haltung bzw. eine vegane Lebensweise auch die Ablehnung von „Haustier“haltung. Da aber viele Menschen, bevor sie vegan wurden, bereits „Haustiere“ hatten oder sich auch im Nachhinein noch um die Opfer der „Haustier“industrie kümmern möchten (z.B. Tiere aus quälerischen Haltungsbedingungen oder aus Tierheimen, die nicht ausgewildert werden können.), sollte mensch sich mit den Möglichkeiten der veganen Verpflegung von „Haustieren“ bemühen.
Nagetiere sind problemlos vegan zu ernähren, allerdings muss bei der Wahl der „Futter“marke darauf geachtet werden, dass diese keine tierlichen Stoffe enthalten. Wahlweise kann den Tieren auch (Bio)-Müsli ohne Zucker gegeben werden und frisches Obst und Gemüse sollte sowieso Pflicht sein. Der Vorteil von selbst zusammengestelltem Essen ist außerdem, dass keine Firmen unterstützt werden, die von der „Haustier“haltung profitieren.
Hunde, Katzen und Frettchen können ebenfalls vegan ernährt werden. Es kann sein, dass die Umstellung etwas problematisch ist (bei Katzen mehr als bei Hunden) und es sollten Zusatzstoffe dem „Futter“ untergemischt werden, wenn es selbstgekocht und nicht fertig gekauft wird. Wir können Euch für Tipps und Tricks an den Antitierbenutzungshof verweisen, welche all ihre Katzen und Hunde vegan versorgen und ihre Hilfe für die Ernährungsumstellung ausdrücklich anbieten.
Bei exotischen Tieren gibt es derzeit wenig Informationsquellen, sicher ist es auch hier grundsätzlich möglich, sie vegan zu versorgen, aber es hat einfach noch kein Mensch probiert bzw. publiziert.

Wenn Ihr Erfahrung mit der veganen Versorgung weiterer Tierarten habt, dann meldet Euch bitte bei uns, damit wir die Infos allen zugänglich machen können.
Wir haben Erfahrung mit veganer Ratten-, Hamster-, Hunde- und Katzenernährung. Wenn Ihr Unterstützung braucht oder anderweitig Fragen habt, wendet Euch gern an uns. Kontaktdaten findet Ihr hier.