In Anlehnung an andere Unterdrückungsformen wie Sexismus oder Rassismus, benennt der Speziesismus die Unterdrückung von Individuen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies (Art). Der Antispeziesismus lehnt genau diese Form der Unterdrückung und Diskriminierung ab, da die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies sich genau wie Geschlecht, Aussehen, Hautfarbe, Bildungsgrad usw. als irrelevante und willkürliche Merkmale herausstellen, wenn es um eine ethische Berücksichtigung von den Interessen von Individuen geht. Ebenso wie z.B. bei „Geschlecht“ und „Rasse“ ist die Existenz von „Spezies“ als solche anzuzweifeln und entlarvt sich zumeist als gesellschaftliches Konstrukt.
Speziesismus wird als herrschende Ideologie verstanden, die die Gewalttaten gegen Schwächere legitimiert und fördert. In kapitalistischen Systemen hat sich die Tiernutzung noch verschärft, aber natürlich gab es auch schon in vorindustriellen Staaten Tierausbeutung. Die Geschichte des Speziesismus ist umstritten, da früher Tiermord nicht zwangsläufig mit Überlegenheitsgefühlen zusammenhing.
Generell lässt sich aber zusammenfassen: Wir beuten Tiere nicht aus, weil wir sie für minderwertig halten, sondern weil wir sie ausbeuten, halten wir sie für minderwertig. Erst mit der anfänglichen Tiernutzung kamen das Überlegenheitsdenken und die Herabwürdigung anderer Tiere, die nun als beherrschbar, schwach, minderwertig „erkannt“ worden sind. Der Antispeziesismus will eben diese Ideologie und Denkstrukturen angreifen, die „den Tieren“ minderwertige, passive, abwertende, Rollen aufzwängen und sie somit jeglicher Vernutzung und Vernichtung durch die Menschen preisgeben.

Textverweise:
# Birgith Mütherich - Die soziale Konstruktion des Anderen
# Birgith Mütherich – Speziesismus, Soziale Hierarchien und Gewalt
# Das Prinzip der Gleichheit und Schlussfolgerungen für den Antispeziesismus